Montag, 19. April 2021

                                                               Next Show

 

               Separate Reality /Missing

                     Erika Anna Schumacher

                   (Fotografie,Installation)

                         30.4-6.6.2021

                Öffnungszeiten Mo-FR.14-18h/Sa.13-17h 

 

 Termine zum Besuch der Ausstellung sind nach Vereinbarung möglich.

                      (Falls es die Coronabestimmungen zulassen)

            Coelner Zimmer,Schirmerstr.39,40211 Düsseldorf

              info@coelner-zimmer.de, 0049(0)171-1911160

           

                  Simulation Galerieansicht


Separate Reality/Missing

BEOBACHTUNGEN AM RANDE DER KUNSTWELT

Die Fotoserie MISSING zeigt Fotografien, die das Leben auf Kunstmessen der ganzen Welt dokumentieren und eine gewisse Sehnsucht und Abwesenheit repräsentieren. Eine Serie, die auffordert, selbst auf die Suche zu gehen und sich zu fragen:

Was fehlt, wenn Kunstmessen wegen der Pandemie ausfallen oder verschoben werden?
Seit vielen Jahren sammele ich als Künstlerin und Fotografin mit der Kamera Beobachtungen am Rande der Kunstwelt. Auf Kunstmessen in Köln, Düsseldorf, Basel, Moskau, Miami und den jährlichen Akademierundgängen bin ich auf Spurensuche. Dabei interessiert mich der Kontext, in dem Kunst gezeigt wird ebenso wie die Zeichen menschlicher Anwesenheit.

In Zeiten des Lockdown nutze ich meine Archivarbeit um über die aktuellen Umstände der Welt nachzudenken. Dieser konzeptionelle Ansatz wird in konkrete Bilder umgesetzt. Im fotografischen Prozess fasziniert mich, wie aus der Wahrnehmung eines Details eine Geschichte entsteht Im Kontext der Kunstmessen bestimmen helles Licht und spiegelnde Oberflächen das Bild des Kunstmarktes. Menschen, die wir nur vereinzelt von hinten sehen und ausgewählte Details, wie Kaffeebecher, ein Messeplan oder ein Beistelltisch voller Laptops und Papiere ergeben eine nuancierte Vorstellung dieser Orte und bewirken gleichzeitig ein Gefühl von Leere und fehlendem Kontakt.

Die sorgfältig komponierten quadratischen Fotografien in Schwarz-Weiß fokussieren auf Form und Inhalt. Die sachlich dokumentarisch erscheinende Bildsprache wird bei näherem Hinsehen zu einer narrativen mit einem Faible für das Fragmentarische.Bildelemente werden angeschnitten, architektonische Elemente blockieren den freien Blick in den Raum.

Die zweite Serie TRACES ist ein Gegenpol dazu.Fotografienaus       der Kunstakademie zeigen Fensterbänke und Waschbecken, die als Ablagen für Flaschen, Pinsel, Becher dienen. Die Blumensträuße, welche die Absolvent*innen zum erfolgreichen Abschluss erhielten, und die in den Waschbecken am Abend der Feier aufbewahrt werden, entfalten eine intensive Farbigkeit.Auf den Aufnahmen wirken sie wie Skulpturen und die angesammelten Objekte auf dem Flur erscheinen wie eine zufällige Installation.

Im weiteren digitalen Prozess entstehen aus dieser Fülle von Farben und Elementen durch Verschiebung, Transparenz und Überlagerung neue Arbeiten,vielschichtig und malerisch,eine andere Realität.

Separate Reality.

Erika Anna Schumacher

 

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

OBSERVATIONS ON THE FRINGES OF THE ART WORLD

The photo series titled MISSING shows photographs that document life at art fairs around the world and represent a certain longing and absence. A series that invites you to go on a search on your own and ask yourself: what is missing when art fairs are cancelled or postponed because of the pandemic?

For many years, as an artist and photographer, I have been collecting observations on the fringes of the art world with my camera. At art fairs in Cologne, Düsseldorf, Basel, Moscow, Miami and the annual art academy exhibitions, I am searching for traces.  I am interested in the context in which art is presented as well as the signs of human presence.

In times of lockdown, I am using my archival work to reflect on the current circumstances of the world. This conceptual approach is transformed into specific images. Within the creative process, I am fascinated by how a story emerges from the perceived detail.

In the context of art fairs, bright light and reflective surfaces determine the visual image of the art market. People we see only sporadically from behind and selected details, such as coffee mugs, a fair map or a side table full of laptops and papers give a nuanced idea of these places and at the same time cause a feeling of emptiness and lack of contact.

The thoughtfully composed square photographs in black and white focus on form and content. On closer inspection, the seemingly objective documenting imagery becomes a narrative with a penchant to the fragmentary. Picture elements are cropped and architectural elements block the open view into ­­­ room.

The second series titled TRACES presents a counterpoint to that. Photographs of the art academy show window sills and washbasins that serve as shelves for bottles, brushes, cups. The bouquets of flowers, which the graduates received for their successful graduation and which are kept in the sinks on the evening of the ceremony, unfold an intense colorfulness. In the photographs, they look like sculptures and the accumulated objects in the hallway appear like a random installation.

By continuing the digital process, new works emerge from this abundance of colors and elements. Through displacement, transparency and superimposition, they become multi-layered and painterly, a different reality. Separate Reality.

 

 

Separate Reality (Text zur Idee)

Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“ Salvador Dalí

Die Galerie Coelner Zimmer von Rainer Rehfeld präsentiert in dem Kontext Separate Reality Werke der Künstler*innen Thorben Eggers, Erika Anna Schumacher und Ivana Kleinertz. Verzerrte Wirklichkeiten stellen diverse Wahrnehmungsebenen dar. Wie blicken wir auf die Welt und verarbeiten diese? Künstler*innen sind Katalysatoren und schaffen es mit ihren Werken unsichtbares,sichtbar zu machen.

Der Begriff Separate Realities ist dem Roman „A Separate Reality: Further Conversations with Don Juan“ von Carlos Castaneda entlehnt. Der Autor berichtet darin von der Begegnung eines indianischen Zauberers, der ihm neues Sehen und eine andere Wahrnehmung der Welt vermittelt. Dieser verzerrte Blick auf Realitäten lässt die Wirklichkeitserfahrung divers ausfallen.

Die aktuelle Pandemie hat das Leben aller Menschen eingeschränkt und verändert. Der Alltag und das Miteinander haben sich zunehmend in den digitalen Raum verlagert. Vor dem Computer und dem Smartphone treten wir in einen andersartigen Dialog, der den Blick und die Erfahrung der Wirklichkeit verzerrt. Der Virus und der Lockdown stellen uns auf die Probe und lassen die klassische Kunstpräsentation nicht zu. Künstler*innen reagieren mit ihrer Kreativität darauf und lassen uns zu, ihre Kunstwerke in getrennten Wirklichkeiten wahrzunehmen. Sie lassen den Betrachter frei in ihrer Rezeption, Möglichkeiten ihrer Wirklichkeit zu erleben und zu verändern.

Die Künstler*innen kreieren mit unterschiedlichen Medien ihre Kunst und laden uns damit ein in ihren Kosmos einzutauchen. Thorben Eggers greift in seinen Malereien digitale Bilder von Interieurs auf, die er durch die spezielle Präsentation mit spiegelnden Flächen in eine andere Wahrnehmungsebene überführt. Der Innenraum ist uns allen in den letzten Monaten vertrauter geworden und dem einen oder anderen auf den Kopf gefallen. Erika Anna Schumacher zeigt Fotografien von einer Kunstmesse, in denen Sie subtil, versteckte Details sichtbar werden lässt. Bilder vom Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf sind Zeichen der Sehnsucht von Kunstrezeption und illustrieren eine vermisste Wirklichkeit. Ivana Kleinertz entwickelt eine Hologrammplastik, in der es möglich ist in verschiedene Bildwelten und Darstellungsformen zu blicken.

Wilko Austermann

“One day it will have to be officially admitted that what we have christened reality is an even greater illusion than the world of dreams.” Salvador Dalí

The gallery Coelner Zimmer from Rainer Rehfeld presents three exhibitions with works by the artists Thorben Eggers, Erika Anna Schumacher and Ivana Kleinertz in the context of ‘Separate Reality’. Distorted realities represent diverse levels of perception. How do we look at the world and process it? Artists are catalysts and manage to make the invisible visible with their works.

The term Separate Reality is borrowed from the novel ‘A Separate Reality: Further Conversations with Don Juan’ by Carlos Castaneda. In it, the author tells of his encounter with an Indian sorcerer who gives him a new vision and a different perception of the world. This distorted view of reality creates the experience of the real world in diverse forms.

The current pandemic has restricted and changed everyone’s lives. Everyday life and togetherness have increasingly shifted into digital space. By using a computer and a smartphone, we enter into a different kind of dialogue that distorts the view and experience of reality. The virus and the lockdown put us to the test and do not allow a classical presentation of art. Artists respond to this with their creativity and allow us to perceive their artworks in separate realities. They leave the viewer free in their reception to experience and change possibilities of their reality.

The artists create their art with a variety of mediums and invite us to plunge into their cosmos. Thorben Eggers takes up digital images of interiors in his paintings, which he transfers to another level of perception by means of the special presentation with reflective surfaces. Interiors have become more familiar to all of us in the last months, for some of us perhaps more familiar than we would like. Erika Anna Schumacher shows photographs from an art fair in which she subtly makes hidden details visible. Images from the Rundgang (annual student show) of the Kunstakademie* Düsseldorf are signs of the longing for art reception and illustrate a missing reality. Ivana Kleinertz has developed a hologram sculpture in which it is possible to immerse oneself in a myriad of visual worlds and forms of representation.


Die Ausstellungsserie Separate Reality wird gefördert  durch

Neustart Kultur + Kunstfonds 







Keine Kommentare:

Kommentar posten